Uran-Glas erkennt man leicht an seinem auffälligen gelbgrünen Farbton, der an die Farbe eines Textmarkers erinnert. Wie der Name bereits vermuten lässt, wird diese Farbgebung durch Spuren von Uran in der Glasmasse verursacht.
Deshalb zeigt dieses Glas eine Fluoreszenz unter langwelligem ultraviolettem Licht (UV-A), was eine seiner charakteristischen Eigenschaften ist.
Die Intensität der Farbwirkung und der Strahlung hängt vom Gehalt an Uranyloxid in der Glasmasse ab.
Kurz gesagt: Wenn man es mit einer UV-Lampe beleuchtet, erkennt man es sofort.
Die Erfindung des Uranglases
Im Jahr 1789 entdeckte der deutsche Chemiker Martin Heinrich Klaproth das chemische Element Uran, benannt nach dem kurz zuvor entdeckten Planeten Uranus, der wiederum nach dem Gott Uranus benannt wurde – ein wahrhaft göttlicher Ursprung. Damit war der Grundstein für die Erfindung von Uranglas gelegt. Erste Hinweise auf die Verwendung von Uran in der Glasmasse stammen aus dem Jahr 1834 und beziehen sich auf mundgeblasenes Glas aus dem Gebiet des heutigen Tschechien. Aufgrund seines extravaganten Aussehens und seiner fluoreszierenden Eigenschaften erlangte Uranglas schnell einen exklusiven Ruf und große Beliebtheit. Es wurde nicht nur geblasen, sondern auch gepresst und durch Facettenschliff, Gravur, Emailmalerei und Vergoldung veredelt. Besonders beliebt waren Trinkgefäße, Vasen, Schmuckstücke und Leuchten – an die Radioaktivität dachte damals niemand. Produziert wurde das Glas in zahlreichen Glashütten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, insbesondere in den böhmischen Regionen wie Kamenický Šenov und Nový Bor.
Uranglas vor und nach dem Krieg
Die größte Blütezeit der Uranglasproduktion fand vor dem Zweiten Weltkrieg statt. Damals wurde Glasmasse verwendet, die Uran in seiner natürlichen Form enthielt.
Nach dem Krieg rückte Uran jedoch ins Zentrum des militärischen Interesses, insbesondere durch die Anreicherung mit dem Isotop Uran-235.
Für die Glasherstellung stand fortan nur noch der verbleibende, abgereicherte Uran zur Verfügung.
Das Isotopenverhältnis im Vorkriegsglas betrug etwa 25 : 1 (U-238 : U-235), während es sich im Nachkriegsglas auf etwa 40 : 1 erhöhte.
Radioaktivität von Uranglas
Uranglas ist ein wenig radioaktiv und darf daher heutzutage nicht mehr hergestellt werden. Die Strahlung kann jedoch bereits durch eine gewöhnliche Vitrine oder einen angemessenen Abstand abgeschirmt werden, was für Sammler und Antiquitätenliebhaber eine gute Nachricht ist. Das Uran ist chemisch fest in der Glasmasse gebunden und setzt keine weiteren schädlichen Stoffe in die Umgebung frei.

