Unter dem Trocknen versteht man einen physikalischen Prozess, bei dem Wasser aus der Porzellanmasse des geformten Objekts entfernt wird. Während der Trocknung kommt es nicht zu Veränderungen der chemischen Eigenschaften, jedoch zu einer Erhöhung der mechanischen Festigkeit. Dieser Prozess ist ein notwendiger Schritt vor dem ersten Brennen von Porzellan. Ohne diesen Schritt würde das gesamte Wasser im Produkt beim Brennen schnell verdunsten, was aufgrund der Schrumpfung zu einer Deformation führen könnte.
Deformationen aufgrund schlechter Trocknung können jederzeit bei der Weiterverarbeitung auftreten. Die Trocknung erfolgt frei an der Luft oder in Trockenanlagen, die in der Regel die Abwärme von Öfen nutzen.
Das Wasser ist in den Ausgangsrohstoffen enthalten und wird auch der Porzellanmasse zugesetzt. In der Suspension der Porzellanmasse ist Wasser in mehrfacher Weise gebunden. Bei der Trocknung wird das Wasser, das den Raum zwischen den einzelnen Teilchen füllt, entfernt. Durch die Abnahme des Wassergehalts in der Gießmasse kommt es zur Annäherung der Teilchen und damit zum Schrumpfen. Darüber hinaus wird durch die Trocknung das Wasser, das die Mäntel von Tonmineralien bildet, entfernt. Dank der Wassermäntel können die Mineralien fließen, wodurch die plastische Formung der Masse ermöglicht wird. Die Entfernung dieses Wassers führt zur Aushärtung des Objekts. Doch auch nach der Trocknung bleibt eine kleine Menge Wasser im Produkt zurück, das in den Kristallstrukturen der Ausgangsstoffe chemisch gebunden ist und erst bei höheren Temperaturen, d. h. beim Brennen, entfernt wird.
Beim Trocknen kommt es zunächst zur Entfernung des Wassers an der Oberfläche des Formlings. Das Oberflächenwasser verdunstet allmählich und wird durch aufsteigendes Wasser aus den inneren Teilen der Scherbe ersetzt.
Die Objekte müssen gleichmäßig getrocknet werden, um unerwünschte Verformungen oder Rissbildungen zu vermeiden. Die Trocknungsgeschwindigkeit hängt von der Wassermenge ab, die in der Masse enthalten ist. Dies ist wiederum abhängig von dem gewählten Formgebungsverfahren. Die Gießsuspension enthält 28–35 %, die plastische Masse 20–26 % und das Pressgranulat nur 2,5-3 % Wasser.

Getrocknete Formlinge

Nach dem Trocknen werden die Formlinge nachbearbeitet und gereinigt. Nach dem Gießen treten nämlich sichtbare Graten und kleinere Formfehler auf, die manuell mit einem Messer und einem nassen Schwamm abgeputzt werden müssen. Bei dem automatisierten Dreh- oder Pressverfahren erfolgt die Nachbearbeitung durch eine Maschine direkt auf der Fertigungsstraße.

Abputzen der Tassenränder auf der Fertigungsstraße

Die natürliche Lufttrocknung ist wahrscheinlich die häufigste Methode. Darüber hinaus gibt es Kammer- und Tunneltrockner mit regulierbarem Trocknungsmodus. Manchmal sind Trockner ein direkter Bestandteil einer Fertigungsstraße.
Text: Lucie Kališová, Štěpán Karel Odstrčil, Projekt „Aus dem Leben einer Porzellantasse“, Stadtmuseum Franzensbad. Foto: Václava Simeonová.
