Porzellanmalerei
Autorin: Mgr. Lucie Kališová, Restauratorin
Die Dekoration ist meist das erste, was wir beim Anblick von Porzellan bewerten. Eine hochwertige Dekoration soll das Porzellanprodukt in seiner Gestalt...

Die Dekoration ist meist das erste, was wir beim Anblick von Porzellan bewerten. Eine hochwertige Dekoration soll das Porzellanprodukt in seiner Gestalt hervorheben und seinen ästhetischen Wert erhöhen. Motive und spezifische Dekorationstechniken entwickeln sich immer weiter und unterliegen dem Zeitgeschmack. Zu den ältesten Dekorationstechniken gehörten Unterglasurmalereien mit Kobaltfarbe oder Handmalereien auf die Glasur, deren Qualität ein wichtiger Maßstab für die Beurteilung des Produktwertes war.
Ähnlich wie der Beruf eines Porzellanmodelleurs ist auch die Porzellanmalerei ein Kunsthandwerk, das durch die Entwicklung der Porzellanproduktion entstanden ist. Auch hier waren am Anfang Künstler am Werk – Maler, die für einen Porzellanhersteller arbeiteten. Obwohl die Handmalerei im 19. Jahrhundert mit der Entwicklung von Dekorationstechniken für die Serienproduktion in den Hintergrund trat, um von der ständigen Wiederholung bekannter Modelle und Technologien ersetzt zu werden, gibt es nach wie vor zahlreiche Designer, die das Kunstgewerbe erfolgreich weiterentwickeln.
Hochwertiges Design bleibt auch nach hundert Jahren modern. (Schlaggenwald, um 1840)
Aus technologischer Sicht unterscheiden wir Unterglasur-, Inglasur- und Aufglasurdekore.
Unterglasurdekoration
Für die Unterglasurdekore werden pulverförmige, mit Wasser vermischte Präparate verwendet, die auf die Scherbe nach dem Glühbrand aufgebracht – heute vor Allem gedruckt – werden. Erst dann wird die Scherbe glasiert und glattgebrannt. Die hohen Temperaturen beim Glattbrand (bis zu 1430 °C) schränken zwar den Bereich der verwendbaren Farben ein, gleichzeitig gewährleistet dieses Verfahren die längste Haltbarkeit des farbigen Dekors. Ein typischer Vertreter des Unterglasurdekors ist z. B. das Zwiebelmuster.
Einschmelzdekoration
Die in die Glasur einsinkenden Farben werden auf die Glasur aufgetragen und bei Temperaturen von 1250 ºC gebrannt. Bei der angegebenen Temperatur erweicht die Glasur, in die das Dekor eingeschmolzen wird. Die Farben können durch Handmalerei oder in Form von Aufklebern aufgebracht werden.
Aufglasurdekoration
Aufglasurdekore werden mit Farben, Metallpräparaten oder Aufklebern auf die gebrannte Glasur aufgetragen und dann bei einer Temperatur von 600 bis zu 850 °C gebrannt. Aufglasurdekore werden oft miteinander kombiniert, und da jede der Dekorationstechniken eine unterschiedliche maximale Brenntemperatur zulässt, ist es oft notwendig, mehrere Dekorbrände durchzuführen. Die niedrige Temperatur des Dekorbrandes ermöglicht die Verwendung einer breiten Farbpalette, allerdings ist dieses Dekor anfälliger für mechanische Beschädigungen.
Text: Lucie Kališová, Štěpán Karel Odstrčil, Projekt „Aus dem Leben einer Porzellantasse“, Stadtmuseum Franzensbad. Foto: Václava Simeonová.
MEHR Dekorationstechniken