Was bedeutet Glasieren?
Autorin: Mgr. Lucie Kališová, Restauratorin
Nach dem Brand fühlt sich Porzellan rauer an und hat ein mattes Aussehen. Durch das Glasieren wird die glatte, glänzende und glasige Oberfläche erreicht. Neben ihrem ästhetischen Zweck hat die Glasur auch einen praktischen Zweck. Sie erhöht die Festigkeit und die chemische Beständigkeit des Porzellans. Die Zusammensetzung der Glasur ähnelt der Zusammensetzung der Porzellanmasse, die Glasur hat jedoch einen höheren Quarzgehalt. Sie enthält etwa 50 % Quarz, 25 % Feldspat und 25 % Kaolin.

Nach dem Brand fühlt sich Porzellan rauer an und hat ein mattes Aussehen. Durch das Glasieren wird die glatte, glänzende und glasige Oberfläche erreicht. Neben ihrem ästhetischen Zweck hat die Glasur auch einen praktischen Zweck. Sie erhöht die Festigkeit und die chemische Beständigkeit des Porzellans. Die Zusammensetzung der Glasur ähnelt der Zusammensetzung der Porzellanmasse, die Glasur hat jedoch einen höheren Quarzgehalt. Sie enthält etwa 50 % Quarz, 25 % Feldspat und 25 % Kaolin.
Traditionelles Handglasieren
Die Glasur ist die Glasoberfläche des Porzellans, die sich allerdings von Glas in ihrer Struktur unterscheidet. Der Hauptrohstoff ist eine glasbildende Zutat – Quarz, der beim Brennen die Schmelze bildet. Da Quarz jedoch erst bei hohen Temperaturen (1610 °C) schmilzt, werden den Glasuren Schmelzmittel beigemischt, die die Schmelztemperatur senken. Zu diesem Zweck werden auch Kali- und Natriumfeldspate verwendet. Die dritte Komponente der Glasur ist Kaolin. Dieses wird der Mischung in roher Form als plastische Komponente beigemischt. In roher Form kann jedoch nicht das gesamte Kaolin verwendet werden, da es eine große Menge an Wasser enthält, was beim Trocknen der Glasur zum Abblättern führen würde. Die notwendige Menge wird somit durch Kaolin ausgeglichen, welches durch Kalzinieren (Erhitzung mit anschließender schneller Abkühlung) bearbeitet wurde. Das so verbrannte und zermahlene Kaolin enthält nicht mehr so viel Feuchtigkeit. Entsprechend der jeweiligen Anforderungen an die Eigenschaften der Glasur ist es auch möglich, z. B. Calciumverbindungen, die einen höheren Glanz und eine verbesserte chemische Beständigkeit gewährleisten, bzw. Magnesiumverbindungen zur Reduzierung der Wärmeausdehnung hinzuzufügen.
Für Porzellan werden meist transparente feuerfeste Glasuren verwendet, die die weiße Farbe der Scherbe unterstreichen. Zu feuerfesten Glasuren zählen im Allgemeinen solche mit einer Schmelztemperatur von mehr als 1200 ºC. Durch den hohen Schmelzgrad reagiert die Scherbe beim Brennen mit der Glasur, wodurch die beiden Teile miteinander verbunden werden. Daher kommt es bei Porzellan in der Regel weder zu Rissbildungen noch zum Abblättern der Glasur.
Ähnlich wie die Porzellanmasse wird auch die Glasur durch Mahlen in einer Trommelmühle hergestellt. Die gemahlenen Rohstoffe werden dann über Rüttelsiebe und Magnete in Sammelrührwerke geleitet, um Verschmutzungen zu entfernen. Die flüssige Glasur wird dann in Glasiermaschinen oder zum manuellen Glasieren in Glasurwannen geleitet.
Neben glasiertem Porzellan gibt es auch sogenanntes Biskuitporzellan – unglasiertes, glattgebranntes Porzellan.
Vor dem eigentlichen Glasieren sind die glühgebrannten Rohlinge von Staubpartikeln zu bereinigen. Dies geschieht mit Druckluft. Die Glasur kann dann entweder manuell durch Tauchen in Glasurwannen, Begießen, Besprühen und Bestreichen mit einem Pinsel oder mit maschinell aufgetragen werden. An Stellen, wo das Porzellanobjekt während des Brennens in Kontakt mit einer Unterlage (in der Regel die Unterseite) kommt, ist nach dem Auftragen der Glasur diese zu entfernen, um unerwünschte Verklumpungen zu vermeiden. Ebenso darf bei Gegenständen mit Deckel, die zusammengefügt gebrannt werden, keine Glasur an der Kontaktstelle beider Teile vorhanden sein. Dies wird durch Auftragen einer Trennschicht, meist aus Paraffin, erreicht, die noch vor dem Glasieren auf die Kontaktflächen aufgebracht wird.
Handglasierte Schüssel
Halbautomatisches Glasieren
Vollautomatisches Glasiermaschine
Text: Lucie Kališová, Štěpán Karel Odstrčil, Projekt „Aus dem Leben einer Porzellantasse“, Stadtmuseum Franzensbad. Foto: Václava Simeonová.